Gegen das Vergessen

Morgen jährt sich zum 82. Mal die Reichspogromnacht. Auch wenn in diesem Jahr die meisten Gedenkveranstaltungen ausfallen müssen, ist es in diesen Zeiten, in denen Nazis ungehindert in Leipzig aufmarschieren können, umso wichtiger, dass wir als Gesellschaft trotz Abstand zusammenrücken für unsere Demokratie, gegen jeden Antisemitismus, für eine offene und vielfältige Gesellschaft. Damit sich morgen möglichst viele Menschen erinnern und aus dem Gedenken Mut und Kraft für den Kampf gegen Rechtsextremismus schöpfen können, haben wir heute einige Stolpersteine aufpoliert, damit sie am morgigen 9. November in vollem Glanz erstrahlen. Gerda Silbergleit hat Auschwitz überlebt und war die Mutter des renommierten Völkerrechtlers und Richters am Internationalen Gerichtshof in Den Haag, Thomas Buergenthal. Er lebt heute mit seiner Familie in den USA, kam aber vor einigen Jahren nach Göttingen, um der Verlegung der Stolpersteine in der Groner Straße beizuwohnen. Vor Menschen, denen so viel Leid durch die Nazidiktatur zugefügt wurde, die sich dann aber entschlossen haben, ihr Leben dem Recht und der Gerechtigkeit zu widmen und Teil einer lebendigen Erinnerungskultur zu sein, kann man sich nur verneigen. Umso mehr widert es mich an zu sehen, wieviele Deutsche derweil rechtsextremen Gedankengut Tür und Tor öffnen, antisemitische Verschwörungstheorien verbreiten und in der AfD ihre passende parlamentarische Vertretung gefunden haben. Lasst uns Rechtsextremen gemeinsam mit Entschlossenheit entgegentreten, erinnern, gedenken und mit Mut voranschreiten für Menschenrechte und Demokratie.

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